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22.08.2017

Hessen ist bereit für die Herausforderungen der Digitalisierung

  • Hessen unter den Top 3 der Flächenländer in Deutschland
  • Bis 2020 sollen 60 Prozent der Haushalte mit bis zu 400 MBit/s versorgt werden
  • Land stellt über verschiedene Instrumente 80 Millionen Euro zur Verfügung

Der Hessische Landtag hat eine zweitägige umfangreiche Anhörung zum digitalen Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft durchgeführt. Themen der Referenten aus Forschung und Praxis waren unter anderem Mobilität 4.0, Cybersicherheit, eJustice, Industrie 4.0 und eGovernment. Die zuständigen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Karin Wolff und Klaus Peter Möller, erklärten dazu:

„Die Wirtschaft steht an der Schwelle zur vierten industriellen Revolution. Durch das Internet getrieben, wachsen reale und virtuelle Welt immer weiter zu einem ‚Internet der Dinge‘ zusammen. Die Kennzeichen der künftigen Form der Industrieproduktion sind die starke Individualisierung der Produkte unter den Bedingungen einer hoch flexibilisierten (Großserien-)Produktion, die weitgehende Integration von Kundinnen und Kunden sowie Geschäftspartnerinnen und -partnern in Geschäfts- und Wertschöpfungsprozesse und die Verkopplung von Produktion und hochwertigen Dienstleistungen, die in sogenannten hybriden Produkten mündet. Wir haben jetzt die Chance, die vierte industrielle Revolution aktiv mitzugestalten. Sie birgt enorme Chancen – für ressourcensparende Produktion, saubere Energieversorgung, nachhaltige Mobilität, für mehr Selbstbestimmung und Unabhängigkeit, mehr Teilhabe, für breiten Wohlstand. Die Anhörung hat aber gezeigt, dass die Digitalisierung neben vielen Chancen auch Herausforderungen beinhaltet. So stellen sich ernste Fragen bei der IT-Sicherheit, bei der Transparenz im Umgang mit Daten, beim Schutz vor Spionage, vor Überwachung, vor Missbrauch.

Wir sind davon überzeugt, dass die Chancen bei weitem überwiegen und dass wir diese Herausforderungen meistern können. Hessen hat gute Voraussetzungen dafür – mit seiner gut entwickelten Dateninfrastruktur, seinen innovationsfreudigen Unternehmen, seinen exzellent ausgebildeten Fachkräften, seiner lebendigen Gründerszene, seinen Hochschulen und Forschungsinstituten, seiner Wirtschaftskraft, und seiner starken IT-Branche, die rund 120.000 Männer und Frauen beschäftigt – allein 70.000 davon im Raum Darmstadt. Mit der Strategie ‚Digitales Hessen‘ sichern wir nachhaltige wirtschaftliche Dynamik, stärken die Innovationskraft unserer Firmen und festigen unsere Position als Technologiestandort. Damit schaffen wir die Voraussetzungen, um Energiewende, demographischen Wandel und die Herausforderung einer nachhaltigen Mobilität zu bewältigen. Dafür wird auch bis Ende 2018 schnelles Internet von mindestens 50 MBit/S im Download in Hessen flächendeckend verfügbar sein.

Der Freistaat Bayern und das Land Hessen werden schließlich beim eGovernment verstärkt zusammenarbeiten. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung haben Bayerns Finanzstaatssekretär Albert Füracker und Hessens Innenminister Peter Beuth bereits unterzeichnet.

Es liegt noch eine Menge Arbeit vor uns, aber die Rahmenbedingungen in Hessen sind günstig: Mitte 2017 standen über 79 Prozent der hessischen Haushalte ein leistungsfähiges Hochgeschwindigkeitsnetz mit mindestens 50 MBit/s im Download zur Verfügung. Innerhalb eines Jahres hat sich damit die Versorgungsrate um rund 7 Prozentpunkte verbessert. Die Landesregierung stellt derzeit über verschiedene Förderinstrumente insgesamt rund 80 Millionen Euro zur Verfügung, um im ersten Schritt insbesondere Schulen, Krankenhäuser und Gewerbegebiete direkt mit Glasfaser zu erschließen und danach den weiteren Ausbau bedarfsgerecht zu unterstützen. Das zeigt: Hessen ist bereit für die Herausforderungen der Digitalisierung!“

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